Willkommen in meinem Literatursalon
Irmtraud_Gutschke

Lesen macht glücklich, weil es uns sagt, wer wir sind und wer wir sein wollen, weil wir über uns hinauswachsen, in fremder Haut erleben dürfen, was uns sonst verschlossen bliebe. Heutzutage scheinen wir ja in Informationen zu ertrinken und haben doch das Gefühl, dass uns Wichtiges fehlt. Was ich suche, sind Bücher, die in diesem Sinne nachdenklich machen, ja auch solche, von denen ein Leuchten ausgeht. Viele Jahrzehnte habe ich als Literaturredakteurin mit Hunderten, ja Tausenden von Texten zu tun gehabt, auch selber Bücher geschrieben. Die Neugier auf Neues will ich hier mit anderen teilen.

„literatursalon.online“: Stellen Sie sich vor, wir sind zusammen in einem schönen Saal, und Sie möchten von mir wissen, was sich zu lesen lohnt. Was interessiert Sie denn, frage ich zurück. Politische Sachbücher? Gute Romane und Erzählungen? Spannende Krimis? Bildbände, die man immer wieder betrachten möchte? Mit meiner Auswahl lade ich Sie zu Ihren eigenen Entdeckungen ein.

Irmtraud Gutschke

Wenn Sie mehr über mich erfahren wollen - meine Biografie, meine Bücher und Veranstaltungen - , schauen Sie auf meine Webseite www.irmtraud-gutschke.de

„Wir brauchen ein bisschen Magie“

Mit Paul McCartney unterwegs zum großen Abenteuer

Von Irmtraud Gutschke

Inzwischen ist Paul McCartney 79 und schon selber Großvater. Dass er seine Enkel gern von der Schule abholt, heißt es, und dass einer von ihnen, Arthur Donald, ihm ziemlich ähnlich sieht. In diesem Buch stellt er sich als Edward Marshall Senior vor, und Kinder von vier Jahren an werden bei dem Titel „Opapi-Opapa“ auch nicht gleich eine Melodie im Ohr haben. Ihre Eltern und Großeltern wahrscheinlich schon. „Ob-La-Di, Ob-La-Da“ von Paul McCartney wurde im Juli 1968 von den Beatles aufgenommen und war 1969 die Nummer eins in Deutschland. Ein Ohrwurm mit fröhlichem karibischen Flair, inspiriert von Reggae-Musik:  „Es kommt, wie es kommt“ – der Titel soll einer Redewendung aus Nigeria entstammen und scheint auch die Devise von Opapi-Opapa aus diesem Bilderbuch zu sein. Weil es den „vier Krawaffels“ – Lucy, Tom, Em und Bob – im Garten zu heiß ist, lockt er sie in die Kühle seines Hauses und bald auch schon in sein grünes Unterseeboot, das gleichzeitig flugtauglich ist. Wieso ist es nicht gelb, haben wir doch sofort „Yellow Submarine“ von 1966 im Kopf. Und schon landen wir bei einer Zirkusparade, wo ein Inder auf einer Sitar spielt. Ravi – richtig, mit Ravi Shankar war Paul McCartney gut bekannt. In einem großen Regen taucht das U-Boot schließlich doch „tief, tief, tief in das schimmernde blaue Meer hinab“. Die Tiere an Land und die Tiere unter Wasser hat Katryn Durst in leuchtenden Farben gemalt. Die Musik, die Opapa und die Kinder hören, muss man sich hinzudebken. Sie kommt aus einem riesigen „Quetschkommoden-Unterwasserschiff“, gesteuert von Omama. „Ich glaube, sie liebt Abenteuer noch mehr als ich“, hatte Opapa zu den Kindern gesagt, und ist mit ihnen wohl überhaupt nur in sein Boot gestiegen, um sie zu finden.  „Ob-La-Di, Ob-La-Da“: Wie Desmond und Molly Jones sind Omami und Opapa unzertrennlich,

 Paul McCartney: Opapi-Opapa – volle Kraft voraus. Illustriert von Kathryn Durst. Übersetzt von Kai Lüftner. Annette Betz Verlag, 40 S., geb., 14,95 €.    

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