Willkommen in meinem Literatursalon
Irmtraud_Gutschke

Lesen macht glücklich, weil es uns sagt, wer wir sind und wer wir sein wollen, weil wir über uns hinauswachsen, in fremder Haut erleben dürfen, was uns sonst verschlossen bliebe. Heutzutage scheinen wir ja in Informationen zu ertrinken und haben doch das Gefühl, dass uns Wichtiges fehlt. Was ich suche, sind Bücher, die in diesem Sinne nachdenklich machen, ja auch solche, von denen ein Leuchten ausgeht. Viele Jahrzehnte habe ich als Literaturredakteurin mit Hunderten, ja Tausenden von Texten zu tun gehabt, auch selber Bücher geschrieben. Die Neugier auf Neues will ich hier mit anderen teilen.

„literatursalon.online“: Stellen Sie sich vor, wir sind zusammen in einem schönen Saal, und Sie möchten von mir wissen, was sich zu lesen lohnt. Was interessiert Sie denn, frage ich zurück. Politische Sachbücher? Gute Romane und Erzählungen? Spannende Krimis? Bildbände, die man immer wieder betrachten möchte? Mit meiner Auswahl lade ich Sie zu Ihren eigenen Entdeckungen ein.

Irmtraud Gutschke

Wenn Sie mehr über mich erfahren wollen - meine Biografie, meine Bücher und Veranstaltungen - , schauen Sie auf meine Webseite www.irmtraud-gutschke.de

Transsibirische Eisenbahn

Eine Reise über zwei Kontinente

Von Irmtraud Gutschke

Für viele ist es noch ein Traum, für manche wurde es schon Wirklichkeit: eine Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn auf der längsten Zugstrecke der Welt. Bodo Thöns, als promovierter Volkswirt sowieso immer wieder in östlicher Richtung unterwegs, weiß davon so zu erzählen, dass Erinnerungen wach werden und Wünsche. Vor allem aber lebt dieses Buch von den eindrucksvollen Fotos, die Gregor M. Schmid und Johann Scheibner von ihren Reisen mitgebracht haben. Auf den 9288 Kilometern von Moskau bis Wladiwostok gibt es eine Menge zu bestaunen. Doch erst einmal haben sich die Autoren einen Aufenthalt in der glanzvollen russischen Hauptstadt gegönnt. Den Roten Platz bei Nacht mit den bunten Zwiebeltürmen der Basilius-Kathedrale und dem roten Stern auf dem Spasskij-Turm des Kreml muss man schließlich gesehen haben.

Auf dem „Jaroslawskij Woksal“ heißt es dann „Einsteigen bitte“, wobei wir erfahren, dass es bei der Transsib mehrere Streckenführungen und auch mehrere Zug- und Abteilklassen gibt. Am komfortabelsten reist man mit einem touristischen Sonderzug, erklärt Bodo Thöns. Da lockt ein Blick in einen nostalgischen Speisewagen. Preisgünstiger ist eine Individualreise in einem Regelzug, die man allerdings auch vorher buchen sollte. Drei Schlafwagenklassen stehen zur Auswahl. In sieben Nächte will man es schließlich bequem haben. Was man tagsüber vom Abteilfenster aus alles sehen kann: Bahnhöfe (ob Paläste in Stein oder malerische Holzgebäude), Birkenwälder, weite Landschaften, winzige Dörfer, durch die der Zug rast. Schließlich Wladiwostok mit dem wunderschönen Hauptbahnhof, der 1912 eingeweiht worden ist. Ankunft am Pazifik.

Nimm dir Zeit, um zu schauen und die Weite dieses Riesenlandes zu ermessen, das über zwei Kontinente reicht und nicht nur per Eisenbahn mit dem benachbarten China verbunden ist, das hier mutig als
„Weltmacht Nr. 1“ bezeichnet wird.

Ein Bildband der Superlative. Gerade jetzt in Corona-Zeiten, da viele Reisen auf später verschoben werden müssen, ist er ein großartiges Geschenk!

Gregor M. Schmid/ Bodo Thöns/ Johann Scheibner: Transsibirische Eisenbahn. Stürtz Verlag, 224 S., 391 Abbildungen, gebunden im Schmuckschuber, 49,95 €.

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