Willkommen in meinem Literatursalon
Irmtraud_Gutschke

Lesen macht glücklich, weil es uns sagt, wer wir sind und wer wir sein wollen, weil wir über uns hinauswachsen, in fremder Haut erleben dürfen, was uns sonst verschlossen bliebe. Heutzutage scheinen wir ja in Informationen zu ertrinken und haben doch das Gefühl, dass uns Wichtiges fehlt. Was ich suche, sind Bücher, die in diesem Sinne nachdenklich machen, ja auch solche, von denen ein Leuchten ausgeht. Viele Jahrzehnte habe ich als Literaturredakteurin mit Hunderten, ja Tausenden von Texten zu tun gehabt, auch selber Bücher geschrieben. Die Neugier auf Neues will ich hier mit anderen teilen.

„literatursalon.online“: Stellen Sie sich vor, wir sind zusammen in einem schönen Saal, und Sie möchten von mir wissen, was sich zu lesen lohnt. Was interessiert Sie denn, frage ich zurück. Politische Sachbücher? Gute Romane und Erzählungen? Spannende Krimis? Bildbände, die man immer wieder betrachten möchte? Mit meiner Auswahl lade ich Sie zu Ihren eigenen Entdeckungen ein.

Irmtraud Gutschke

Wenn Sie mehr über mich erfahren wollen - meine Biografie, meine Bücher und Veranstaltungen - , schauen Sie auf meine Webseite www.irmtraud-gutschke.de

Auf wilden Pfoten durch die Stadt

Zuerst war da eine rote Pfote

Ein spannendes Buch über Tiere in der Stadt

Irmtraud Gutschke

Zuerst war das Plastikpferd der kleinen Schwester weg, dann wurde es gefunden, total verdreckt. Ähnliches passierte mit einem Ball , der über Nacht auf dem Spielplatz geblieben war. Louisa, Mischa und Rosi , und offenbar erlauben ihnen die Eltern nachts mit einer Wildkamera draußen zu sein. Da sehen sie plötzlich eine rote Pfote. Füchse waren zugange. Wie wunderschön Valeria Steiz sie uns vor Augen führt. Man möchte dabei sein, wenn sie unterm Sternenhimmel spielen.

Astrid Nagl hat beim Erzählen eine gute Balance gefunden zwischen Geschichten und Informationen. Fünf Vorlesetexte sind es, denn auch wenn Schulkinder darin eine Rolle spielen, das Buch wird schon Vierjährigen gefallen. Sogar schon Kleinere interessieren sich für Tiere, und es ist ja interessant, wie nah sie bei uns wohnen, wie sie offenbar die Stadt mögen. Eulen und Turmfalken zum Beispiel nisten gern auf Dachböden. Vielleicht können sie die Ratten vertreiben, die sich in der Schule breit gemacht haben. Und wer schleicht da über Omas Balkon? „Ein schwarz-weißes Gesicht schaut kurz zu mir herauf.“ Erraten: Es sind Dachse, die unter dem Balkon ihren Bau haben.

„Hast du schon mal eine Eidechse gestreichelt?“ Wenn man weiß, wie lässt sie es zu. Und wenn du einer Schlange begegnest, halte „lieber einen Respektabstand ein“. Trotzdem, die ungiftige Äskulapnatter darf bei Mischas Oma im Garten wohnen. Überhaupt kann man eine Ecke im Hof oder garten „unordentlich“ lassen, um Krabbeltieren eine Heimstatt zu geben.

Die Kinder freuen sich über die wilden Kaninchen, und sie haben sogar einen Biberbau gefunden. Und tatsächlich kann man sich mit den klugen Krähen verständigen. Viel Interessantes über Tiere erfährt man hier. welche Spuren sie hinterlassen, was für Lauten sie von sich geben, wie sie sich verständigen. Dass wir unsere Mitbewohner kennenlernen, is tja die Voraussetzung, sie zu mögen. Diesbezüglich könnten Kinder Erwachsenen sogar einiges voraus haben.

Astrid Nagl/ Valeria Steiz: Auf wilden Pfoten durch die Stadt. G&G Verlag, 64 S., geb., 20 €.

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