Willkommen in meinem Literatursalon
Irmtraud_Gutschke

Lesen macht glücklich, weil es uns sagt, wer wir sind und wer wir sein wollen, weil wir über uns hinauswachsen, in fremder Haut erleben dürfen, was uns sonst verschlossen bliebe. Heutzutage scheinen wir ja in Informationen zu ertrinken und haben doch das Gefühl, dass uns Wichtiges fehlt. Was ich suche, sind Bücher, die in diesem Sinne nachdenklich machen, ja auch solche, von denen ein Leuchten ausgeht. Viele Jahrzehnte habe ich als Literaturredakteurin mit Hunderten, ja Tausenden von Texten zu tun gehabt, auch selber Bücher geschrieben. Die Neugier auf Neues will ich hier mit anderen teilen.

„literatursalon.online“: Stellen Sie sich vor, wir sind zusammen in einem schönen Saal, und Sie möchten von mir wissen, was sich zu lesen lohnt. Was interessiert Sie denn, frage ich zurück. Politische Sachbücher? Gute Romane und Erzählungen? Spannende Krimis? Bildbände, die man immer wieder betrachten möchte? Mit meiner Auswahl lade ich Sie zu Ihren eigenen Entdeckungen ein.

Irmtraud Gutschke

Wenn Sie mehr über mich erfahren wollen - meine Biografie, meine Bücher und Veranstaltungen - , schauen Sie auf meine Webseite www.irmtraud-gutschke.de

Grippemittel in der Homöopathie

Das Buch zur Saison

Von Irmtraud Gutschke

Di Aktualität dieses Buches wird für Verbreitung sorgen. Denn Grippe und Corona unterscheiden sich zwar, haben aber auch einiges gemeinsam. Bei auftretenden Symptomen eilen manche Menschen sofort zum Arzt oder ins Krankenhaus, andere nehmen erst, was über die Notstände dort berichtet wird und versuchen, sich erst einmal zu Hause zu kurieren. Weder für die einen noch die anderen ist dieses Buch gedacht, obwohl der Titel ihnen Hoffnung machen dürfte. Abgesehen davon, dass Erkrankte nicht den „Nerv“ haben dürften, sich in ausführliche Arzneimittelbeschreibungen zu vertiefen, und dass man für sich selbst auch schwer das richtige Mittel findet, dieses Buch hat einen „Fortgeschrittenenstatus“. Es ist Leuten zu empfehlen, die schon ausgiebige Erfahrungen mit Homöopathie gemacht haben, vorrangig Ärzten und Heilpraktikern. Diesen allerdings unbedingt.

Für die Herausgeberin, Margarethe Harms (1921-2014), war die Homöopathie schon lange etwas sehr vertrautes. Und so konnte ihr Hausarzt sie überzeugen, William Boerickes „Materia medica“ nebst Repertorium seines Sohnes Oscar ins Deutsche zu übersetzen. Das Werk des berühmten US-amerikanischen Homöopathen ging ebenso in vorliegendes Buch ein wie das anderer Spezialisten, u.a. aus Indien, wo die Homöopathie im öffentlichen Gesundheitswesen eine anerkannte, viel größere Rolle spielt als hier. Es war eine große Arbeit, aus vielen Quellen abgerundete Arzneimittelbilder von Aconitum napellus bis Verbascum thapsiforme zusammenzustellen, die bei ihrer Bewertung bezüglich des einzelnen Patienten ebenso genau durchgearbeitet werden müssen. Grippale Infekte zeigen im allgemeinen sehr verschiedene Symptome. Da gibt Dr. med. Hartmann im Vorwort auch praktische Ratschläge an Ärzte, die sich in dieses Gebiet einarbeitet wollen. Die Herausgeberin fügt in ihrer Einleitung zur 1. Auflage auch mehrere interessante Erfahrungsberichte an, u.a. von dem indischen Arzt V.R. Bhatia, bei dem die erste Medikation nicht anschlug.

Wenn uns Corona erhalten bleibt, wird es irgendwann auch ein Buch speziell zu diesem Thema geben, allerdings nicht von Margarethe Harms, die dazu ganz bestimmt Kluges zu sagen hätte.

Margarethe Harms (Hg.): Grippemittel in der Homöopathie. Nach Bhatia, Boericke, Borland, Clarke, Kent, Tyler und Voisin. 3. Auflage. Narayana Verlag, 208 S., br., 24 €.

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