Die Würze macht’s
Irmtraud Gutschke
Alles andere als langweilig und dabei schnell gemacht: Yotam Ottolenghi, geboren 1968 in Jerusalem, hat in Tel Aviv Philosophie und Literatur studiert, machte seinen Master-Abschluss, wählte dann aber nicht den Weg der Geisteswissenschaften, sondern ging nach London auf die berühmte Kochschule „La Cordon Bleu“. Inzwischen ist er dort Eigentümer eines Restaurants und besitzt vier Spezialitätenläden. Dort werden nicht nur seine Kochbücher angeboten – dies ist das siebente auf dem internationalen Markt – sondern auch Saucen und Gewürzspezialitäten, die seinen kulinarischen Kreationen das Besondere geben.
Die Würze macht’s. Denn im Grunde sind die hier vorgestellen Gerichte weder zeitaufwändig noch schwierig. In nicht mehr als 30 Minuten stehen sie auf dem Tisch. Aber ohne dieses Buch hätte man die Ideen nicht.
Auch wenn die Zutaten – von Aprikosen bis Zwiebeln reicht das Register – oft schon aus dem Vorrat genommen werden können, braucht es jene ganz besonderen Gewürzmischungen, die hier verwendet werden. Baharat, Harissa, Ist Biber, Ras el-Hanout, Za’atar… Aber dafür muss man nicht nicht unbedingt in einen Ottolenhi-Laden nach London fahren (auch Internet-Versand wird angeboten). Hierzulande bekommt man sie auch. Und darin besteht ja das Vergnügen: Die gewöhnliche deutsche Hausmannskost mal hinter sich zu lassen und die Geschmacksnerven mit etwas Ungewohntem zu verwöhnen.
Zum Beispiel Spinat: mit gebratenen Zwiebeln, Salz, Pfeffer kennt man ihn. Ottolenghi aber fügt noch Knoblauch, Kreuzkümmel, eine rote Chilischote und eine Dose Kokosmilch hinzu, ehe er vier Eier dazu in die Pfanne gibt. Als Frühstück hat er sich das gedacht (das wird bei ihm immer warm gegessen), aber es kann auch zu jeder anderen Zeit verspeist werden. Oder simpler Blumenkohl: Wer hätte gedacht, dass daraus man mit Blattspinat, Mehl, Ingwer, Koriander und anderen Gewürzen dermaßen köstliche Puffer backen kann? Brathähnchen mit Spitzkohl und Sojabutter, Seehecht mit Safran und Joghurt, Zucchini-Pasta mit buttrigen Kapern – na, neugierig geworden? 120 ebenso einfache wie raffinierte Rezepte bietet dieses Buch, und allein schon die Fotos dazu lassen einem das Wasser im Munde zusammenlaufen.
Ottolenghi: Simple Too. Das Kochbuch. Dorling Kindersley, 304 S., geb., 40 €.