Willkommen in meinem Literatursalon
Irmtraud_Gutschke

Lesen macht glücklich, weil es uns sagt, wer wir sind und wer wir sein wollen, weil wir über uns hinauswachsen, in fremder Haut erleben dürfen, was uns sonst verschlossen bliebe. Heutzutage scheinen wir ja in Informationen zu ertrinken und haben doch das Gefühl, dass uns Wichtiges fehlt. Was ich suche, sind Bücher, die in diesem Sinne nachdenklich machen, ja auch solche, von denen ein Leuchten ausgeht. Viele Jahrzehnte habe ich als Literaturredakteurin mit Hunderten, ja Tausenden von Texten zu tun gehabt, auch selber Bücher geschrieben. Die Neugier auf Neues will ich hier mit anderen teilen.

„literatursalon.online“: Stellen Sie sich vor, wir sind zusammen in einem schönen Saal, und Sie möchten von mir wissen, was sich zu lesen lohnt. Was interessiert Sie denn, frage ich zurück. Politische Sachbücher? Gute Romane und Erzählungen? Spannende Krimis? Bildbände, die man immer wieder betrachten möchte? Mit meiner Auswahl lade ich Sie zu Ihren eigenen Entdeckungen ein.

Irmtraud Gutschke

Wenn Sie mehr über mich erfahren wollen - meine Biografie, meine Bücher und Veranstaltungen - , schauen Sie auf meine Webseite www.irmtraud-gutschke.de

Hélène JOUSSE: Die Hände des Louis Braille

Der Kampf des Blinden

Seinen Namen kennen wir durch die Blindenschrift. Louis Braille hat als Dreijähriger sein Augenlicht verloren. Als er dem Vater in der Sattlerwerkstatt half, fiel der Drehschemel um, auf dem er stand, und der Stichel, mit dem er gerade ein Stück Leser durchbohrte… Er hätte tot sein können, doch er verlor „nur“ sein Augenlicht, denn der Verletzung folgte eine Infektion.

Als Sechsjähriger erwies er sich als guter Schüler, weil er, einmal gehört alles behalten konnte. Wie er dann in Paris in eine Blindenschule kam udn welch langer Weg es war bis zur Erfindung der Blindenschrift, davon Erzählt Hélène Jousse einfühlsam und packend. Großartig ihre Idee, Brailles Geschichte in die Entstehung eines Drehbuchs einzubetten, an dem Constance, eine erfolgreiche Dramaturgin, in der heutigen Zeit schreibt. So verbindet sich ihre Annäherung an den Stoff in Rückblenden und Einschüben mit den Vorgängen aus dem 19. Jahrhundert, die erst zu ergründen sind.

Irmtraud Gutschke

Hélène Jousse: Die Hände des Louis Braille. Roman. Faber & Faber. 249 S., geb., 24 €.

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